Fujifilm X-T5 oder Sony Alpha 7 IV: welche passt zu Ihnen?

Zwei spiegellose Kameras in derselben Preisklasse, zwei verschiedene Sensorgrößen und zwei sehr verschiedene Vorstellungen davon, wofür eine Kamera gebaut wird. Die Fujifilm X-T5 setzt auf einen kompakten Body mit Einstellrädern und zwanzig Filmsimulationen, die Sony Alpha 7 IV auf einen Vollformatsensor und ein Videopaket, das im professionellen Bereich zu Hause ist.
Wer die Bauart noch grundsätzlich abwägt, findet den Überblick bei den spiegellosen Kameras. Hier stehen die beiden meistgekauften Gehäuse mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Fujifilm X-T5, wenn das Bild direkt aus der Kamera kommen sollX-Trans CMOS 5 HR mit X Prozessor 5, zwanzig Filmsimulationen, Pixel Shift Multi-Shot, integrierter Bildstabilisator und ein deutlich leichteres Gehäuse
- Die Sony Alpha 7 IV, wenn Vollformat und Video zählen33 Megapixel auf Vollformat, Echtzeit-Autofokus mit Augenerkennung für Mensch, Tier und Vogel, 4K mit 60p in 10 Bit und 4:2:2
- Beide sind spiegellos, beide bringen zwei Jahre Herstellergarantie mit
Die zwei Kandidaten
Fujifilm X-T5
X-Trans CMOS 5 HR, 20 Filmsimulationen
Sony Alpha 7 IV
33 MP Vollformat, 4K 60p
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Fujifilm X-T5 | Sony Alpha 7 IV |
|---|---|---|
| Sensor | X-Trans CMOS 5 HR | Exmor R Vollformat, rückwärtig belichtet |
| Auflösung | keine Angabe | 33 Megapixel |
| Prozessor | X Prozessor 5 | Bionz XR |
| Bildstabilisator im Gehäuse | vorhanden | keine Angabe |
| Pixel Shift | Multi-Shot vorhanden | keine Angabe |
| Filmsimulationen | 20 | keine Angabe |
| Serienbildrate | keine Angabe | 10 Bilder pro Sekunde |
| Autofokus | keine Angabe | Echtzeit-Tracking mit Augenerkennung |
| Augenerkennung bei Tieren | keine Angabe | Mensch, Tier und Vogel |
| Video | keine Angabe | 4K bis 60p, volle Pixelauslesung |
| Farbtiefe im Video | keine Angabe | 10 Bit in 4:2:2 |
| Videoprofile | keine Angabe | S-Cinetone und S-Log 3 |
| Als Webcam nutzbar | keine Angabe | ja, in 4K |
| Gewicht laut Handel | rund 560 g | rund 990 g |
| Ladegerät im Lieferumfang | keine Angabe | nein, nur USB-C-Kabel |
| Herstellergarantie | 2 Jahre | 2 Jahre |
| Modellnummer | 16939368 | ILCE7M4B.CEC |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Gehäusen. Fujifilm nennt im Datenblatt zur X-T5 weder die Auflösung in Megapixeln noch Angaben zu Serienbildrate, Autofokus und Video, Sony macht keine Angabe zu Bildstabilisator, Pixel Shift und Filmsimulationen; diese Zeilen bleiben deshalb offen und sind kein Hinweis darauf, dass die Funktion fehlt. Die Gewichte sind gerundete Handelsangaben einschließlich Verpackung und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert am Gehäuse. Die weiter unten gerechneten Werte zu Bildwinkel, Lichtmenge und Datenrate beruhen auf den bekannten Sensormaßen und auf allgemeinen Erfahrungswerten, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Was der kleinere Sensor beim Objektiv ändert
Die Rechnung mit dem Bildwinkel
Ein Vollformatsensor misst rund sechsunddreißig mal vierundzwanzig Millimeter, ein APS-C-Sensor wie in der X-T5 rund dreiundzwanzig mal fünfzehn. Daraus ergibt sich ein Faktor von etwa eins Komma fünf.
Ein Fünfzigmillimeter-Objektiv zeigt an der Fujifilm damit denselben Bildausschnitt wie ein Fünfundsiebziger an der Sony. Für Porträts ist das ein Vorteil, für Landschaft und Innenräume ein Nachteil.
Umgekehrt heißt das: Wer an der Sony denselben Ausschnitt will, braucht ein längeres Objektiv, und das ist bei gleicher Lichtstärke größer, schwerer und aufwendiger gebaut.
Praktisch heißt das: Die Entscheidung fällt nicht am Gehäuse, sondern an der Objektivsammlung, die daran hängt. Wer Weitwinkel braucht, ist mit Vollformat besser dran, wer Tele braucht, mit APS-C.
Wie viel Licht der größere Sensor wirklich sammelt
Die Rechnung mit der Sensorfläche
Vollformat kommt auf rund achthundertsechzig Quadratmillimeter Fläche, APS-C auf rund dreihundertsiebzig. Das ist gut das Zweieinhalbfache.
Bei gleicher Blende und gleicher Belichtungszeit fällt damit auf den größeren Sensor mehr Licht, was etwa eineinviertel Blendenstufen entspricht. Genau das sieht man bei schlechtem Licht im Rauschen.
Diesen Vorteil bezahlt man mit Größe: Das Gehäuse der Sony wiegt laut Handelsangabe fast das Doppelte, und die passenden Objektive folgen dieser Regel.
Praktisch heißt das: Wer bei Kerzenlicht, in Kirchen oder nachts fotografiert, gewinnt mit Vollformat spürbar. Wer bei Tageslicht arbeitet, sieht den Unterschied auf dem Bildschirm praktisch nie.
Was 4K in 10 Bit an Speicher frisst
Die Rechnung mit der Datenrate
Vier-K-Material mit sechzig Bildern pro Sekunde in zehn Bit und 4:2:2 landet je nach Einstellung bei rund zweihundert Megabit pro Sekunde, also etwa fünfundzwanzig Megabyte in jeder Sekunde.
Das sind anderthalb Gigabyte pro Minute. Eine Karte mit vierundsechzig Gigabyte fasst damit gut vierzig Minuten, eine mit hundertachtundzwanzig knapp anderthalb Stunden.
Dazu kommt die Schreibgeschwindigkeit: Fünfundzwanzig Megabyte je Sekunde müssen dauerhaft und ohne Einbruch geschrieben werden, sonst bricht die Aufnahme ab.
Praktisch heißt das: Wer die Videofunktionen der Sony wirklich nutzt, plant Karten und Datensicherung mit ein. Für reine Fotografie ist das gleichgültig, dort reicht eine solide Karte mittlerer Größe.
Wofür welches Gehäuse reicht
Wie sich die X-T5 im Einzelnen schlägt, steht im Test der Fujifilm X-T5. Passende Objektive finden sich bei den Festbrennweiten, und für Videomaterial in dieser Datenrate lohnt der Blick auf die SD-Karten mit 1 TB.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die Fujifilm X-T5 spricht
- Deutlich leichteres Gehäuse
- Bildstabilisator im Gehäuse ausdrücklich genannt
- Pixel Shift Multi-Shot für Detailaufnahmen
- Zwanzig Filmsimulationen ohne Nachbearbeitung
- Kleinere und leichtere Objektive im System
Für die Sony Alpha 7 IV spricht
- Vollformatsensor mit 33 Megapixeln
- Echtzeit-Autofokus mit Augenerkennung
- Zehn Bilder pro Sekunde
- 4K mit 60p in 10 Bit und 4:2:2
- Als 4K-Webcam nutzbar
Beide Gehäuse liefern Bildqualität weit oberhalb dessen, was die meisten Motive verlangen, und beide sind gebaut, um jahrelang zu halten. Der Unterschied liegt in dem, worum sie herum gebaut sind: Die Fujifilm ist eine Fotokamera mit Rädern für Zeit, Blende und ISO und einem Sensor, der klein genug für leichte Objektive bleibt. Die Sony ist ein Werkzeug für Foto und Film zugleich, und sie zahlt dafür mit Gewicht. Wer sich unsicher ist, entscheidet nicht über den Sensor, sondern darüber, ob die Kamera getragen oder aufgebaut wird.



